Produktionen - Aufführungen und Vorstellungen

Grundlage

Als Künstler verstehe ich Kunst nicht als Produkt, sondern als eine grundlegende menschliche Fähigkeit. Seit 2017 beschäftige ich mich intensiv mit der Frage, wie Kunst entsteht und warum sie für unser Menschsein unverzichtbar ist. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch von Geburt an den Wunsch in sich trägt, sich schöpferisch auszudrücken – durch Klang, Sprache, Bewegung, Bilder oder durch die eigene Präsenz. Aus dieser Überzeugung heraus entwickle ich meine Theaterarbeiten.

 

Meine künstlerische Haltung wird dabei wesentlich von verschiedenen Schauspiel- und Improvisationstechniken geprägt. Besonders beeinflussen mich die Arbeiten von Konstantin Stanislawski, Lee Strasberg, Sanford Meisner, Michael Tschechow und Keith Johnstone. Von Stanislawski übernehme ich das Streben nach Wahrhaftigkeit und den lebendigen Umständen einer Figur. Strasbergs Auseinandersetzung mit persönlicher Erinnerung verstehe ich als Möglichkeit, emotionale Tiefe zu erschließen, während Meisners Fokus auf das aufrichtige Reagieren im Moment für mich das Fundament echter Begegnung auf der Bühne bildet. Michael Tschechows Arbeit mit Vorstellungskraft und psychologischer Geste eröffnet einen poetischen Zugang zum Spiel, und Keith Johnstones Improvisationsprinzipien erinnern mich immer wieder daran, mutig Risiken einzugehen, Angebote anzunehmen und Kreativität aus dem Augenblick entstehen zu lassen.

 

Diese Einflüsse verbinde ich zu einer eigenen künstlerischen Arbeitsweise, in der Authentizität, Fantasie und Spontaneität gleichberechtigt nebeneinanderstehen. So entstehen Theaterproduktionen, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen und Menschen jeden Alters ansprechen. Mir ist wichtig, Kinder und Erwachsene gleichermaßen ernst zu nehmen. Beide sind für mich neugierige, empfindsame und denkende Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Potenzial haben, sich selbst und ihre Umwelt neu zu entdecken.

 

Ich möchte kein Theater schaffen, das lediglich unterhält oder für einen kurzen Moment vom Alltag ablenkt. Dafür gibt es genügend andere Medien. Für mich ist Theater ein lebendiger Raum der Begegnung, in dem sich Spielende und Publikum gegenseitig beeinflussen. Ich lade mein Publikum dazu ein, sich offen und wahrhaftig auf eine Geschichte einzulassen, Fragen zuzulassen und sich berühren zu lassen. Erst durch diese gemeinsame Bereitschaft entsteht das, was Theater für mich im Kern ausmacht.

 

Ich verstehe Theater als einen rituellen Ort des gemeinsamen Erlebens – einen Raum, in dem freier Geist, Empathie, Reflexion und Kreativität wachsen können. Genau darin sehe ich meine Aufgabe als Künstler: Begegnungen zu schaffen, die über den Moment hinaus wirken und Menschen mit sich selbst und miteinander in Verbindung bringen.

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